Gesundes Klassenzimmer

Bis zu 40 Stunden pro Woche verbringen Schüler in Klassenzimmern, die meistens schlecht belüftet und in gar nicht so wenigen Fällen sogar schadstoffbelastet sind. Die dicke Luft beeinträchtigt also nicht nur die Konzentration, sondern möglicherweise auch die Gesundheit von Jugendlichen und Lehrern. TÜV Rheinland und das Sentinel Haus wollten es genau wissen und haben dafür eigens ein Pilotprojekt gestartet, an dem JELD-WEN als einziger Innentüren-Hersteller beteiligt ist. Auf dem Kölner Firmengelände des TÜV Rheinland wurden zwei identische Klassenzimmer im kleinen Maßstab errichtet und mit moderner Messtechnik ausgestattet. Natürlich gab es feine Unterschiede: Das erste Klassenzimmer wurde mit sorgfältig ausgewählten und emissionsgeprüften Bauprodukten, vom Wandbaustoff über den Fußbodenaufbau bis hin zur Innentür, ausgestattet. Für  das zweite Klassenzimmer  wurden  ungeprüfte, konventionelle Produkte verwendet. Auf diese Weise kamen die Prüfer zu verlässlichen Daten, die endgültig Aufschluss geben über Schadstoffemissionen in Schulräumen. 

Dr. Walter Dormagen, Geschäftsfeldleiter Gefahrstoffe, Mikrobiologie und Hygiene bei TÜV Rheinland, verrät schon mal vielsagend: „Die Erfahrungen von TÜV Rheinland und dem Sentinel Haus Institut zeigen regelmäßig Auffälligkeiten hinsichtlich der gesundheitlichen und hygienischen Qualität in neu errichteten oder renovierten Bildungsräumen.“ Deutschlands Schüler und Lehrer leben also mit dem Risiko, durch den Bau und die Sanierung von Gebäuden mit schadstoffhaltigen Baustoffen und Möbeln in ihrer Gesundheit geschädigt zu werden – das ist das beunruhigende Ergebnis des Modellprojektes „Gesunder Lebensraum Schule“ von TÜV Rheinland und dem Sentinel Haus Institut. „In Deutschland werden hunderttausende Bauprodukte gehandelt. Nur für einen ganz kleinen Teil existieren verlässliche Prüfzeugnisse, die eine Beurteilung der gesundheitlichen Wirkung erlauben“, sagte Peter Bachmann, Geschäftsführer des Sentinel Haus Instituts. „Wer hier nicht vorher prüft und testet, spielt mit dem Zufall, und damit mit der Gesundheit von Kindern und Lehrpersonal“, betonte Bachmann. TÜV Rheinland und das SHI werden die Messreihen fortsetzen, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen und Problembereiche zu identifizieren. Zudem werden in den kommenden Monaten nach und nach Leitfäden für die Vergabe von Bau- und Dienstleistungen bei Neubau, Sanierung, Instandhaltung, Reparaturen, Modernisierung, Nutzung und Reinigung erarbeitet.

 

Informationen zu dem Projekt:

Sentinel Haus

www.sentinel-haus.eu

TUV Rheinland

www.tuv.com